Mein seltsames Jahr 2020 – Corona und andere blöde Dinge

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2020, was für ein merkwürdiges Jahr! Gestartet voller Hoffnung auf weitere 12 Monate voller netter Events, vielen Shootings und noch viel mehr Begegnungen mit Freunden.

Und dann wurde diese leider Stück für Stück im Laufe der Wochen und Monate zerschlagen, die Liste der Frustrationen über Absagen, aber auch Entfremdungen und auch Entfreundungen wurde länger und länger.

Auf das erste Event Mitte Januar 2020, RubMario Riedmanns aus 2019 verschobener Latex Halloween-Party in Greding, hatten wir noch wegen der größeren Entfernung von uns aus noch verzichtet. Wohl ein Fehler, da hätte man noch ein paar zwang-, wenn auch nicht maskenlos getroffen.

Zunächst war ja alles auch noch „normal“, meine Majikku Kig – Figur hatte sogar ihr erstes richtiges Indoor-Fotostudio mit Reiner Kolsen in der Wetterau.

Die dabei entstanden Bilder haben mir sehr gefallen, das Jahr schien weiter seinen gewohnten Gang zu gehen. Zumal es ja alle Vierteljahre eine ähnliche Veranstaltung im Studio dort geben sollte. Ja da sind wir doch gerne dabei, Pustekuchen, es gab keine mehr.

Die ersten Viruswölkchen zogen nach Deutschland.

Die nächste Veranstaltung, die Rubber Night im Bedo, eigentlich für Mitte/Ende Februar im letzten Jahr avisiert, fiel sang- und klanglos aus. Daran hatten die herannahenden Viruswolken aber keinen Anteil, der bisherige Veranstalter hatte schlichtweg nun andere Interessen, schade.

Und dann ging es Schlag auf Schlag, aus den Wölkchen waren nicht nur medial riesige Kumuluswolken geworden. „Latex unter Tage“ in Nordhausen im März, vergiss es wegen dem gerade begonnenen Corona-Lockdown. „Nacht der Latexleidenschaft“ in Nossen im April folgte, dann „BoundCon“, später „Rubbers Best“ im Juni. Alles Events, wo man seine Freunde jeweils wiedertreffen wollte.

Am meisten weh tat es mir persönlich, dass wir Anfang März als Orga-Team das „Easter Fetish Meeting“-Event ebenso absagen mussten. So viel Zeit, Herzblut, Vorbereitungen, Gedanken, Konversationen mit den verschiedensten Menschen, Besuchern wie auch Ausstellern, reingesteckt. Dazu die Homepage und die Onlinewerbung für’s Event mit dem Team zusammen ans Laufen gebracht. Und leider alles umsonst, aber hoffentlich nicht vergebens, 2021 versuchen wir’s aufs Neue. Aber auch das steht gegenwärtig auf sehr wackeligem Fuß, wir werden sehen.

Im April und Mai versuchte sich die Fetigemeinde in Online-Meetings per Skype. Das erste war noch lang und gut besucht, das zweite schon viel weniger, dann versiegte der Enthusiasmus auch dort. Schade, aber es bestand ja auch Hoffnung auf baldige Besserung der Situation.

Das „TortureShip 2020“ Mitte Juni stand an, wurde zwar nicht abgesagt, aber erwartungsgemäß verschoben, auf das letzte Augustwochenende. Mmh, mal sehen, eigentlich wollten wir da in den Urlaub fliegen, aber Condor und auch das Hotel in Ägypten hatten da schon signalisiert, das wird vermutlich nichts. Also vielleicht doch eine Gelegenheit, mal wieder Freunde zu treffen, wir behalten das mal im Hinterkopf.

Der Latexstammtisch in Mainz-Kastel als kleine lokale Institution etablierte sich auch wieder im monatlichen Rhythmus in einem Restaurant mit großem Außenbereich direkt am Rhein. Nun wird es, dachten wir alle, nur Geduld.

Zumal es wenigstens im Juli noch etwas mehr Hoffnung und sogar ein unverhofftes, wohl einmaliges Shooting mit „H.F. Stilbruch“ gab. Es sind sehr schöne Bilder dabei entstanden, ich mag sie.

Das erste kleine Feti-Treffen am ersten Augustwochenende „nach Corona“ unter den immer noch geltenden Corona-50-Personen-Bedingungen war wie ein Befreiungsschlag. Endlich mal wieder seine Freunde sehen, mit ihnen direkt sprechen war einfach ein Stück so sehr herbeigesehnter „Normalität“. Und sogar ein cooles, nein bei 29°C eigentlich ziemlich heißes Fotoshooting war auch mit dabei.

Leider ging es ab da schon wieder Stück für Stück bergab.

Fetish Zoo“ Mitte August in Dresden wäre zwar technisch erreichbar gewesen, wir hatten uns aber im Vorfeld keine Karten bzw. Übernachtungsmöglichkeit besorgt, uns wegen des geplanten, bald folgenden Tauchurlaubes und auch der Entfernung (500km einfach) dagegen entschieden. Es kam wie es kam, unseren Urlaub in Ägypten konnte man dann auch definitiv vergessen, wurde uns mitgeteilt. Also doch eine verpasste Gelegenheit.

Das „TortureShip“ Ende August wäre jetzt zwar wieder leicht erreichbar gewesen, aber aus Rücksicht vor dem gerade in unserer Nachbarschaft entstandenen „Covid-19-Hotspots“ habe ich dann doch die Karten auf 2021 umbuchen lassen. Im Nachhinein vielleicht ganz gut, bei den miesen Wetterbedingungen dort hätte man wohl auch unter „normalen“ Umständen keine rechte Freude gehabt. Es ist trotzdem schade für den Veranstalter und die Fetis, die sich doch hin getraut hatten.

Immerhin war es uns in unserem nun tauchganglosen und in Deutschland stattfindendem Urlaub möglich, Karin Rosengarn an einem ihrer „langen Samstage“ im September besuchen zu gehen. Haben wir gleich verbunden mit einer wunderbaren Stadtführung in Aachen durch 2 unserer Freunde.

Ende September schafften Harald Schulz, „fotoversuchung.de“ und ich es dann endlich, ein schönes Shooting als Majikku Kig und Katzentatze im Osthafen in Frankfurt zu organisieren. Ich bin immer noch von den Bildern begeistert, das mit Harald wird sich 2021 hoffentlich fortsetzen.

Was wir uns aber da noch nicht entgehen lassen wollten, war ein weiteres Treffen als "BoFeWo-Ersatzparty" im kleinen recht privaten Kreis mit Freunden Ende September im Ares in Rheinbach. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch 25 erlaubt, mehr waren es am Ende auch nicht. Und es war so schön, wenigstens diese 25 wieder zu treffen, zu sehen, einen schönen Abend mit ihnen und auch jeder Menge Bildern zu verbringen.

BoFeWo 2020“ Ende September? Natürlich auch abgeblasen. Ebenso die dabei geplante "Latex City Tours" by Contessa Kali. Stattdessen nun zur „Bizarren Latexnight“ nach Nordhausen? Angemeldet und leider kurz darauf vom Veranstalter wegen zu harter Corona-Auflagen auch schon wieder abgesagt.

Währenddessen stiegen die Auflagen und Zahlen um uns herum immer schneller.

Wir hätten zwar gerne noch die „Rubbers Best“-Party Mitte Oktober in Rheinbach besucht, aber wir fühlten uns einfach nicht wohl dabei. Zumal unsere unmittelbare Umgebung inzwischen zum „Hoch-Risikogebiet“ mutierte. Im Nachhinein betrachtet ist dort niemanden etwas passiert, wir hätten auch nichts nach bzw. von dort „mitgebracht“. Schade, noch eine verpasste Gelegenheit, aber es hätte auch anders kommen können.

Ab November war ja dann allgemein wieder alles untersagt, was nach Meinung der Regierung Spaß macht. Keine Avantgardista (die hätten wir aber so und so nicht besucht), keine kleine BoundCon in München (da wollten wir schon hin), keine RubberCat in Hamburg (da hatten wir überlegt). Selbst Daggis und Haralds Hochzeitsparty wurde auf April 2021 nun verlegt.

Und schlussendlich musste dann wegen „Beherbergungsverbotes“ in Köln auch noch das alljährige Treffen der „Reisegruppe Gummimanschette“ Ende Dezember auf das Jahresende 2021 verlegt werden. Der Tiefpunkt war erreicht.

Der einzige Lichtblick war die vielen kleinen Bilder, die meine geliebte Frau von mir in diesem Jahr über die Monate bei uns zu Hause gemacht hat. Wenigstens da hat man etwas Aufhellung und Freude bekommen, Danke.

Und von denen zeige ich euch gern ein paar hübsche Aufnahmen.

Schade finde ich, wie die vorher viel beschworene „Feti-Gemeinschaft“ sich immer weiter im Kleinen und in Minigrüppchen verliert, der Zusammenhalt nicht nur gefühlt immer geringer wird. Es werden auch gern wegen bloßen Kleinigkeiten die virtuellen Messengergruppen gesprengt. Kleinigkeiten, die für einige -so- wichtig sind, dass sie andere dafür beleidigen und runterputzen müssen.

Dann kommen noch die Fetis, von denen man wegen „Corona-Leugnerei“ die Freundschaft gekündigt bekommt. Sich mit Argumenten auseinandersetzen (und zwar beidseits und unvoreingenommen mal zuhören) scheint für einige schier unmöglich zu sein. Auch wenn man nur einige der Maßnahmen zum Teil als unzureichend, zum Teil als übertrieben bzw. wirkungsarm hält, den Blick auf die Kollateralschäden anmahnt, steht man schon bei einigen in der ‚Zwecklos mit dem zu Diskutieren‘-Ecke und wird verbannt, Toleranz für andere Meinungen als seine eigene sieht anders aus.

Bisher blieben wir von der wilden Corinna verschont. Vielleicht hatten wir sie schon, vielleicht bekommen wir sie noch zu Besuch, man weiß es nicht. Lieber aber wäre es mir, wenn man mit gleichem Enthusiasmus sich um die Krankheit Krebs kümmern würde, der hat leider 2020 in unserer engen Verwandtschaft mehr als reichlich Ernte halten können, ohne dass da so ein kleines infektiöses Teil dabei gesichtet worden wäre.

Nun hoffen wir alle, dass 2021 anders wird als dieses bescheidene 2020. Die Menschen und Fetis wieder zusammenfinden, einander zuhören und wie früher auch tolerieren, wenn es mal nicht der eigenen Meinung entspricht. In jeder steckt halt auch ein Körnchen Wahrheit und das wollen so einige partout nicht wahrhaben.

Zurzeit sieht es trotz vorhandenem Impfstoff und Schnelltests noch nicht so aus, wir schweben weiter von Lockdown zu Lockdown ohne Perspektive und ohne gemeinsame Treffen oder planbare Events. Das Jahr 2021 könnte trotzdem ein Jahr werden, wo auch Feti-Leben, Treffen und Zusammensein wieder möglich wird.

Lasst es uns mit Zuversicht angehen, wir sehen uns … hoffentlich.

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